Rund jede achte Krebserkrankung in Deutschland betrifft den Darm. Wenn von Darmkrebs die Rede ist, so ist in der Regel der Dickdarm (medizinisch: Kolon) gemeint. Dieser bildet den letzten Abschnitt des Verdauungstraktes und ist bei einem erwachsenen Menschen in etwa 1 bis 1,5 Meter lang. Die meisten bösartigen Tumore, die in diesem Darmabschnitt auftreten, sind sogenannte Kolonkarzinome. Doch Kolonkarzinome entstehen nicht über Nacht: In den meisten Fällen steckt eine jahrelange oder sogar jahrzehntelange Entwicklung verschiedener Krebsvorstufen dahinter. Derartige Vorstufen sind nicht selten und zunächst oftmals gutartig. Über die Zeit können sich daraus jedoch bösartige Tumore entwickeln.
Ursachen: Bin ich besonders gefährdet?
Darmkrebs kann grundsätzlich jeden treffen, doch bestimmte Einflüsse erhöhen das Risiko.
- Höheres Alter
Wie bei vielen Krebserkrankungen steigt auch das Risiko für Darmkrebs mit dem Alter kontinuierlich an. Mehr als die Hälfte der Betroffenen ist bei der Diagnose über 70 Jahre alt. Nur etwa einer von zehn Darmkrebspatienten ist hingegen jünger als 55 Jahre. - Genetische Veranlagung
Wenn in Ihrer Familie nahe Verwandte wie Eltern, Geschwister oder Großeltern an Darmkrebs erkrankt sind, besteht für Sie ein höheres Risiko. Grund dafür sind bestimmte Genmutationen, die vererbt werden können. Darüber hinaus sind manchmal auch nicht-genetische Ursachen wie beispielsweise ähnliche Lebensgewohnheiten verantwortlich für eine familiäre Häufung von Darmkrebs. - Ungesunder Lebensstil
Ihr Lebensstil hat einen großen Einfluss auf die Entstehung vieler Erkrankungen. Studien zeigen: Zu den besonders gesundheitsschädlichen Faktoren im Zusammenhang mit Darmkrebs gehören Rauchen, Übergewicht, übermäßiger Alkoholgenuss sowie der Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch.
Prävention: Wie kann ich mein persönliches Darmkrebsrisiko senken?
Auch wenn Sie Ihr Alter oder Ihre genetische Veranlagung nicht beeinflussen können, haben Sie Möglichkeiten, aktiv etwas für Ihre Darmgesundheit zu tun. Um das Krebsrisiko zu senken, sollten Sie auf einen möglichst gesunden Lebensstil achten und Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen.
Den Lebensstil optimieren
Bewegung: Achten Sie auf viel körperliche Aktivität. Sie müssen dabei jedoch kein intensives Training betreiben – auch regelmäßige Spaziergänge, Haus- oder Gartenarbeit tragen zur körperlichen Fitness bei.
Ernährung: Greifen Sie öfter einmal zum Vollkornbrot und nehmen Sie durch Obst und Gemüse reichlich Ballaststoffe zu sich. Auch Milchprodukte haben in Studien einen positiven Effekt auf das Darmkrebsrisiko gezeigt.
Genussmittel: Reduzieren Sie den Konsum von Genussmitteln, insbesondere Zigaretten und Alkohol, denn diese Gewohnheiten schaden Ihrer Gesundheit bedeutend.
Der ein oder andere fragt sich vielleicht: Lohnt sich eine Umstellung denn überhaupt, wenn man viele Jahre oder Jahrzehnte wenig auf die Gesundheit geachtet hat? Die Antwort ist ja! Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und viel Bewegung wirkt sich selbst dann positiv aus.
Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
Ab einem Alter von 50 Jahren bei Männern und 55 Jahren bei Frauen wird die regelmäßige Darmkrebsvorsorge zur Vorbeugung späterer Krebserkrankungen empfohlen. Diese Untersuchung umfasst eine sogenannte Darmspiegelung (medizinisch: Koloskopie), bei der das Innere des Dickdarms mithilfe eines flexiblen Schlauches und integrierter Kamera untersucht wird. Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin dabei auffällige Stellen feststellt, ist es in oftmals möglich, diese bereits während der Untersuchung zu entfernen.
Auch wenn Ihnen eine Darmspiegelung möglicherweise unangenehm erscheint – sie spielt große Rolle bei der Vorbeugung von Darmkrebs und kann Leben retten.
Für Menschen mit höherem Darmkrebsrisiko, beispielsweise aufgrund von familiärer Veranlagung oder entzündlichen Erkrankungen des Darms, ist eine Darmspiegelung manchmal schon vor dem 50. Geburtstag sinnvoll. Sprechen Sie dazu mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrer Ärztin.
Symptome: Welche Warnsignale kündigen Tumore im Darm an?
Darmkrebs entwickelt sich oft unbemerkt, weshalb regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unverzichtbar sind. Im frühen Stadium lösen Krebsvorstufen oftmals keine oder nur sehr unspezifische Symptome aus. Zu den Warnsignalen, die auf Tumore im Darm hindeuten können, gehören:
- Blut oder Schleim im Stuhl
- veränderter Stuhl z.B. Konsistenz, Farbe oder ungewöhnlich dünner Stuhl
- schmerzhafter Stuhlgang
- Verstopfung
- Bauchschmerzen
- Verhärtungen im Bauchraum
- Blässe, Abgeschlagenheit und Gewichtsabnahme
Verfallen Sie nicht in Panik, wenn Sie derartige Symptome feststellen. Diese können ebenso durch viele harmlose Ursachen ausgelöst werden. Dennoch ist es wichtig, Ihre Beschwerden ernst zu nehmen und umgehend ärztlich abklären zu lassen.
Darmkrebs – was nun?
Wenn Ihr Arzt oder Ihre Ärztin den Verdacht hat, dass Sie von Darmkrebs betroffen sind, wird die Diagnose mithilfe einer Gewebeprobe gesichert. Diese wird bei der Darmspiegelung entnommen und anschließend pathologisch untersucht. Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) liefern darüber hinaus wichtige Informationen über das Ausmaß des Tumors und möglicherweise vorhandene Metastasen.
Grundsätzlich gilt: Je früher Darmkrebs festgestellt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Die wichtigste Säule bei der Behandlung von Darmkrebs ist die operative Entfernung des Tumors. Je nach Größe und Lage des Tumors wird dabei der betroffene Abschnitt des Darms entfernt und die beiden Enden anschließend wieder miteinander verbunden. Besteht die Gefahr, dass Krebszellen in die umliegenden Lymphknoten oder andere Organe gestreut haben, so kommen zusätzlich Chemotherapie, Strahlentherapie oder spezielle, zielgerichtete Krebsmedikamente zum Einsatz.
Das Wichtigste auf einen Blick
Das persönliche Darmkrebsrisiko hängt von vielen Faktoren wie beispielsweise dem Alter, der familiären Vorbelastung und dem Lebensstil ab. Wenn Sie vermuten, dass Sie selbst ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben, sollten Sie Ihren Arzt zu Rate ziehen. In jedem Fall lohnt es sich jedoch, folgende Grundsätze zu beachten, um das eigene Darmkrebsrisiko zu senken:
- Beugen Sie mit einem gesunden Lebensstil vor.
- Nehmen Sie Vorsorgeuntersuchungen wahr.
- Lassen Sie Symptome ärztlich abklären.
Sollten Sie von Darmkrebs betroffen sein, geraten Sie nicht in Panik. Auch wenn jede Krebsdiagnose ein großer Schock für Betroffene ist, so hat die Medizin in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Mittlerweile stehen viele Behandlungsansätze zur Verfügung, die individuell angepasst werden können und vor allem im frühen Stadium gute Erfolgsaussichten bieten.
